HANDREICHUNGEN

Durchgängige Sprachbildung: Qualitätsmerkmale für den Unterricht
 


Unterricht in sprachlich heterogenen Klassen gehört immer mehr zum Alltag von Lehrkräften. Noch nicht selbstverständlich sind erfolgreiche Handlungsstrategien im Umgang mit sprachlicher Heterogenität. "Welche Gegenstände sollen bei der Sprachbildung in den Blick genommen werden? Wie kann ich sprachliche Heterogenität in meiner Unterrichtsplanung berücksichtigen? Welches übergeordnete Ziel verbindet unterschiedliche Ansätze und Methoden?" - Fragen wie diese stellen sich für viele Lehrkräfte immer neu.

Die Qualitätsmerkmale Durchgängiger Sprachbildung können eine Hilfestellung bieten. Es handelt sich um eine Zusammenstellung von Merkmalen, Konkretisierungen, Beispielen und Hinweisen, wie Sprachbildung in allen Fächern umgesetzt werden kann. Beschrieben werden Eigenschaften und Besonderheiten eines bildungssprachförderlichen Unterrichts. Unter "Qualität" wird dabei verstanden:

Allen Schülerinnen und Schülern einen Zugang zu Bildungssprache zu eröffnen und ihnen die Chance zu geben, sich die sprachlichen Anforderungen, die Schule mit sich bringt, so weit wie möglich anzueignen.

Die Qualitätsmerkmale Durchgängiger Sprachbildung sind der Ertrag einer Arbeitsgruppe des Modellprogramms FÖRMIG. Sie richten sich vor allem an Lehrkräfte der Sekundarstufe I. Im ersten Teil wird der Kontext vorgestellt, in dem diese Merkmale erarbeitet wurden. Im zweiten Teil werden der Aufbau der Merkmale skizziert und die einzelnen Merkmale erläutert. Abschließend werden Möglichkeiten zur Arbeit mit den Merkmalen vorgestellt.

Ingrid Gogolin, Imke Lange, Britta Hawighorst, Christiane Bainski, Andreas Heintze, Sabine Rutten, Wiebke Saalmann in Zusammenarbeit mit der FÖRMIG AG Durchgängige Sprachbildung. (2011): Durchgängige Sprachbildung: Qualitätsmerkmale für den Unterricht. FÖRMIG-Material Bd. 3. Waxmann.

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Transfer der FÖRMIG-Ergebnisse durch Qualifzierung

Wissenschaftlicher Beirat FÖRMIG: Nachhaltigkeit durch systematischen Transfer der Ergebnisse in die Lehrerbildung und in die Ausbildung der pädagogischen Fachkräfte im Elementarbereich. Arbeitspapier, 10. August 2007.

"Eine langfristig wirksame, nachhaltige Umsetzung der Erkenntnisse und Ergebnisse aus dem BLK-Modellprogramm FÖRMIG kann nur gelingen, wenn dessen Ergebnisse und Erkenntnisse systematisch in die Fortbildung, vor allem aber in die Erstausbildung der pädagogischen Fachkräfte - Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher - transferiert werden. Systematische Einbeziehung bedeutet: (1) interkulturelle Bildung und durchgängige sprachliche Bildung im Kontext von Mehrsprachigkeit als Querschnittsaufgabe zu begreifen und in den geltenden Aus- bzw. Fortbildungscurricula zu berücksichtigen; (2) Ausbildungs- resp. Studienangebote für spezielle Aufgaben der Sprachdiagnose und -förderung zu entwickeln. Notwendig ist es also, ein Studienangebot für Deutsch als Zweitsprache - wie es bisher nur ansatzweise existiert - auszubauen und zu sichern."

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Eine falsche Front im Kampf um die Sprachförderung
Stellungnahme des FÖRMIG-Programmträgers zur aktuellen Zweisprachigkeitsdebatte (Mai 2006)

Im Modellversuchsprogramm FÖRMIG können sowohl einsprachig deutsche als auch zwei- oder mehrsprachige Förderungsmaßnahmen erprobt werden. Die Grundlage dafür ist die Vorstellung einer ganzheitlichen Sprachbildung. Neuerdings werden in der allgemeinen Öffentlichkeit, aber auch in der fachlichen Diskussion Plädoyers gegen den Wert der Herkunftssprachen und gegen herkunftssprachliche Unterweisung vorgebracht, welche diese Position massiv in Zweifel ziehen. Die dazu herangezogenen Argumente sind aber keineswegs geeignet, um einen Verzicht auf die Erprobung zwei- oder mehrsprachiger Förderung zu begründen. Der Programmträger vertritt weiterhin die Position, dass es sinnvoll ist, die unterschiedlichen Ansätze der Sprachförderung zu erproben - einschließlich solcher Ansätze, die Zwei- oder Mehrsprachigkeit einbeziehen.

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